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<title>Barf</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Barf</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Barf</b> oder <b>BARF</b> ist eine Methode zur <a href="Ern%C3%A4hrung" title="Ernährung">Ernährung</a> <a href="Fleischfresser" title="Fleischfresser">fleischfressender</a> Haustiere, die primär für <a href="Haushund" title="Haushund">Haushunde</a> entwickelt wurde. Die Entwickler von Barf orientierten sich dabei nach eigenen Angaben an den Fressgewohnheiten von Wild<a href="Hunde" title="Hunde">hunden</a>, insbesondere <a href="Wolf" title="Wolf">Wölfen</a>. Daher werden die Rationen aus frischem oder tiefgekühltem <a href="Fleisch" title="Fleisch">Fleisch</a>, <a href="Innereien" title="Innereien">Innereien</a>, <a href="Knochen_(Lebensmittel)" title="Knochen (Lebensmittel)">Knochen</a> und <a href="Fische" title="Fische">Fisch</a> zusammengestellt. Das Futter wird mit Obst und Gemüse ergänzt und roh verfüttert. Bei Bedarf können Getreideprodukte und Futterzusätze zugegeben werden. Für eine bedarfsgerechte Zusammenstellung der Rationen sind Kenntnisse zu Futtermittelkunde und <a href="Tierern%C3%A4hrung" class="mw-redirect" title="Tierernährung">Tierernährung</a> erforderlich. Barf ist nicht auf Hunde beschränkt, es werden auch <a href="Katzen" title="Katzen">Katzen</a> und <a href="Frettchen" title="Frettchen">Frettchen</a> nach dieser Methode gefüttert.
</p><p>Es gibt keine Nachweise für <a href="Ern%C3%A4hrungsphysiologie" title="Ernährungsphysiologie">ernährungsphysiologische</a> Vorteile der Rohfütterung gegenüber der Fütterung mit Fertigfutter. Da das „Barfen“ auch die Gefahr einer <a href="Mangelern%C3%A4hrung" title="Mangelernährung">Mangelernährung</a> und mikrobiologische Risiken sowohl für die roh gefütterten Tiere als auch die mit ihnen zusammenlebenden Menschen mit sich bringt, wird es von tierärztlichen Fachorganisationen abgelehnt.<sup id="cite_ref-JAVMA_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-JAVMA-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begriffsherkunft">Begriffsherkunft</h2></div>
<p>Der Begriff <i>Barf</i> wurde von der <a href="Kanada" title="Kanada">Kanadierin</a> Debbie Tripp benutzt, um sowohl einen Hundebesitzer zu bezeichnen, der seine Hunde nach dieser Methode ernährt, als auch das Futter selbst.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das <a href="Akronym" title="Akronym">Akronym</a> BARF machte im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel durch. Zunächst stand diese Abkürzung für „Born-Again Raw Feeders“ (‚<a href="Wiedergeburt_(Christentum)" title="Wiedergeburt (Christentum)">wiedergeborene</a> Rohfütterer‘), eine Bezeichnung, die auch den ideologischen Aspekt dieser Bewegung verdeutlichte, dann „Bones And Raw Foods“ (‚Knochen und rohes Futter‘). Der <a href="Australien" title="Australien">australische</a> Tierarzt Ian Billinghurst veröffentlichte im Jahr 1993 das Buch <i>Give Your Dog A Bone</i> und prägte die Bedeutung des Akronyms in Richtung „Biologically appropriate raw food“,<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> was im Deutschen mit dem <a href="Backronym" title="Backronym">Backronym</a> „Biologisches artgerechtes rohes Futter“ bzw. „Biologisch artgerechte Rohfütterung“ übersetzt wurde.
</p><p>Das englische Verb <i>to barf</i> bedeutet auf Deutsch ‚<a href="Erbrechen" title="Erbrechen">sich übergeben, kotzen</a>‘. Gelegentlich wird diese Gleichheit mit dem Akronym für <a href="Wortspiel" title="Wortspiel">Wortspiele</a> genutzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beweggründe"><span id="Beweggr.C3.BCnde"></span>Beweggründe</h2></div>
<p>Haustierhalter gaben in einer Befragung im Rahmen einer Diplomarbeit die folgenden Motive für eine Futterumstellung zu BARF an: Wunsch nach gesunder Ernährung, gesundheitliche Probleme des Haustiers (darunter Haut- und Magen-Darm-Probleme, Allergien, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Nieren- sowie Harnwegserkrankungen), Futtermittelunverträglichkeiten, Verhaltensauffälligkeiten des Tieres (z.&nbsp;B. Aggression, Angst), Regulation des Körpergewichts, Empfehlung anderer Personen oder Institutionen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es existiert allerdings kein Nachweis dafür, dass die Fütterung mit BARF die ihr zugeschriebenen positiven Effekte bewirkt.<sup id="cite_ref-JAVMA_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-JAVMA-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Eindruck einer „mangelnden Transparenz“ bei der Zusammensetzung und Herstellung von Fertigprodukten sowie Futtermittelskandale in der Vergangenheit seien weitere Beweggründe für Tierhalter, nach anderen Fütterungskonzepten zu suchen.<sup id="cite_ref-Dillitzer_Ernährungsberatung_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-Dillitzer_Ernährungsberatung-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Vor dem Hintergrund der Bestrebungen nach einer möglichst „natürlichen“ Ernährung von Haushunden nach Vorbild seines Vorfahren, des Wolfes, wird in Bezug auf kommerzielle Futtermittel vor allem der weitaus höhere Anteil an <a href="Getreide" title="Getreide">Getreide</a> bzw. anderen Kohlenhydratquellen moniert.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Als vorteilhaft empfunden werden auch die folgenden Punkte: die Kenntnisse über sämtliche Bestandteile des Futters, das Kaubedürfnis des Tieres werde stärker befriedigt, die Zahnpflege werde unterstützt und die Rationsgestaltung könne bestimmten Erkrankungen (z.&nbsp;B. <a href="Futterallergie" title="Futterallergie">Futtermittelallergie</a>) Rechnung tragen.<sup id="cite_ref-Dillitzer_Ernährungsberatung_5-1" class="reference"><a href="#cite_note-Dillitzer_Ernährungsberatung-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Risiken_für_das_Tier"><span id="Risiken_f.C3.BCr_das_Tier"></span>Risiken für das Tier</h2></div>
<p>Laut Jürgen Zentek, Leiter des Instituts für Tierernährung der <a href="FU_Berlin" class="mw-redirect" title="FU Berlin">FU Berlin</a>, ist es möglich, Hunde mit selbsthergestellten Rationen ausgewogen zu füttern. Allerdings müsse die Zusammenstellung passen, sonst bestehe die Gefahr der Unterversorgung an Nährstoffen. Zentak schrieb 2013, eine bedarfsgerechte Ernährung entsprechend BARF-Kriterien erfordere fundierte Kenntnisse zu Futtermittelkunde und Tierernährung. Er empfehle eine Kontrolle der durch den Tierbesitzer zusammengestellten Rationen durch einen spezialisierten Tierarzt, weil viele Tierhalter solche Kenntnisse nicht hätten.<sup id="cite_ref-zentek-interview_7-0" class="reference"><a href="#cite_note-zentek-interview-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-Dillitzer_Ernährungsberatung_5-2" class="reference"><a href="#cite_note-Dillitzer_Ernährungsberatung-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-kölleschmidt_9-0" class="reference"><a href="#cite_note-kölleschmidt-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Folge fehlerhaften BARFens können Magen-Darm-Probleme einschließlich <a href="Obstipation" title="Obstipation">Verstopfungen</a> und <a href="Durchfall" title="Durchfall">Durchfälle</a>, <a href="Zahnfraktur" title="Zahnfraktur">Zahnfrakturen</a> und <a href="Fremdk%C3%B6rpererkrankung" title="Fremdkörpererkrankung">Fremdkörpererkrankungen</a> durch Knochen sowie die Möglichkeit der Übertragung verschiedener Krankheiten (beispielsweise <a href="Pseudowut" title="Pseudowut">Pseudowut</a>, <a href="Neosporose" title="Neosporose">Neosporose</a> und <a href="Toxoplasmose" title="Toxoplasmose">Toxoplasmose</a>) sein.<sup id="cite_ref-JAVMA_1-2" class="reference"><a href="#cite_note-JAVMA-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bei Katzen kam es durch Verfütterung eines kommerziellen Barf-Futters im <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich" title="Vereinigtes Königreich">Vereinigten Königreich</a> zu einer Häufung von Infektionen mit <i><a href="Mycobacterium_bovis" title="Mycobacterium bovis">Mycobacterium bovis</a></i>, dem Erreger der <a href="Tuberkulose_der_Rinder" title="Tuberkulose der Rinder">Rindertuberkulose</a>.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine 2013 veröffentlichte US-amerikanische Untersuchung von 200 Rohfütterungs-Rezepten für gesunde erwachsene Hunde zeigte, dass bei über 90&nbsp;% von ihnen mindestens ein essentieller Nährstoff nicht in der mindestens empfohlenen Menge enthalten war; über 80&nbsp;% der Rezepte wiesen mehrere Mängel auf.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Besonders kritisch ist bei der Erstellung von BARF-Rationen die Versorgung mit <a href="Calcium" title="Calcium">Calcium</a>, <a href="Kupfer" title="Kupfer">Kupfer</a>, <a href="Zink" title="Zink">Zink</a>, <a href="Iod" title="Iod">Iod</a>, <a href="Vitamin_A" title="Vitamin A">Vitamin A</a> und <a href="Vitamin_D" title="Vitamin D">D</a>. Vor allem Junghunde sind empfindlich gegenüber Nährstoffmangel, aber auch -überversorgung.<sup id="cite_ref-Dillitzer_Ernährungsberatung_5-3" class="reference"><a href="#cite_note-Dillitzer_Ernährungsberatung-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch für Tierärzte ist es oft nicht einfach, Mangelzustände zu erkennen, da Blutuntersuchungen („BARF-Profile“) hier wenig hilfreich sind. So wird das Calcium im Blut in engen Grenzen reguliert und Mangelzustände werden durch Mobilisierung aus den Knochen kompensiert. Kupfer wird vorwiegend in der Leber gespeichert und sinkt im <a href="Blutplasma" title="Blutplasma">Blutplasma</a> erst bei extremen Mangelzuständen. Zudem gibt es bei einigen Vitaminen und Spurenelementen starke Tagesschwankungen. Am sichersten sind Fehlernährungen daher über die Analyse der Futterinhaltsstoffe zu erkennen.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Durch Verfütterung zu hoher Knochenanteile kann es zu einer Überversorgung mit <a href="Calcium" title="Calcium">Calcium</a> kommen. Wird das Futter nicht bedarfsdeckend ergänzt, kann es zu einer Unterversorgung mit Calcium kommen.<sup id="cite_ref-Meyer/Zentek_Kap._Barf_13-0" class="reference"><a href="#cite_note-Meyer/Zentek_Kap._Barf-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bei zu <a href="Protein" title="Protein">eiweißreichen</a> Barf-Rationen gelangt unverdautes Eiweiß in den <a href="Dickdarm" title="Dickdarm">Dickdarm</a>. Dort wird es durch Mikroorganismen abgebaut, wobei viel <a href="Ammoniak" title="Ammoniak">Ammoniak</a> und <a href="Amine" title="Amine">Amine</a> entstehen, was vor allem für Tiere mit alters- und/oder krankheitsbedingt beeinträchtigter <a href="Leber" title="Leber">Leber</a>- und <a href="Niere" title="Niere">Nierenfunktion</a> eine Gefahr darstellt.<sup id="cite_ref-Meyer/Zentek_Kap._Barf_13-1" class="reference"><a href="#cite_note-Meyer/Zentek_Kap._Barf-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine weitere Gefahr stellt die Verfütterung von <a href="Pharynx" class="mw-redirect" title="Pharynx">Schlundteilen</a> mit <a href="Schilddr%C3%BCse" title="Schilddrüse">Schilddrüsengewebe</a> dar, da es durch diese zu Symptomen einer <a href="Hyperthyreose" title="Hyperthyreose">Überfunktion der Schilddrüse</a> kommen kann.<sup id="cite_ref-Meyer/Zentek_Kap._Barf_13-2" class="reference"><a href="#cite_note-Meyer/Zentek_Kap._Barf-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In einer kanadischen Studie zur Salmonellenbelastung bei roh gefütterten Therapiehunden wurde 2008 festgestellt, dass die roh gefütterten Tiere wesentlich häufiger <a href="Salmonellen" title="Salmonellen">Salmonellen</a> und Cephalosporin-resistente <a href="Escherichia_coli" title="Escherichia coli">E. coli</a> ausschieden als nicht roh gefütterte Hunde.<sup id="cite_ref-Lefebvre_14-0" class="reference"><a href="#cite_note-Lefebvre-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Für das gebarfte Tier besteht kein höheres Risiko an Parasitosen zu erkranken. Allerdings können gebarfte Hunde und Katzen zur Verbreitung des <a href="Kleiner_Leberegel" title="Kleiner Leberegel">Kleinen Leberegels</a> (<i>Dicrocoelium dendriticum</i>) und von <i><a href="Eimeria_stiedai" title="Eimeria stiedai">Eimeria stiedai</a></i> beitragen.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gefahren_für_den_Menschen"><span id="Gefahren_f.C3.BCr_den_Menschen"></span>Gefahren für den Menschen</h2></div>
<p>Aufgrund des bei BARF im Rohzustand verwendeten Futtermittels können sich vorhandene Krankheitserreger schnell verbreiten.<sup id="cite_ref-penkowa_16-0" class="reference"><a href="#cite_note-penkowa-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dabei stellen <a href="Zoonose" title="Zoonose">Zoonosen</a> wie etwa <a href="Salmonellose" title="Salmonellose">Salmonellose</a>, <i><a href="Escherichia_coli" title="Escherichia coli">Escherichia-coli</a></i>-Infektion, <a href="Bakterienruhr" title="Bakterienruhr">Bakterienruhr</a> oder <a href="Campylobacter-Enteritis" title="Campylobacter-Enteritis">Campylobacter-Enteritis</a> weniger eine Gefährdung für die Tiere selbst als vielmehr für die sie umgebenden Personen dar.<sup id="cite_ref-Dillitzer_17-0" class="reference"><a href="#cite_note-Dillitzer-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als besonders gefährdet gelten ältere Menschen, Kinder, Schwangere und Personen mit einer Immunschwäche.<sup id="cite_ref-penkowa_16-1" class="reference"><a href="#cite_note-penkowa-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <a href="Universit%C3%A4t_Z%C3%BCrich" title="Universität Zürich">Universität Zürich</a> veröffentlichte 2019 eine Untersuchung, welche 51 Futterproben verschiedener Anbieter analysierte. Es zeigten sich überdurchschnittlich erhöhte Werte an unterschiedlichen multiresistenten Bakterien. Unter anderem wurden bei 73 Prozent der Proben eine Grenzwertüberschreitung an <a href="Enterobakterien" title="Enterobakterien">Enterobakterien</a> und bei 61 Prozent der Proben <a href="%CE%92-Lactamasen#Extended_Spectrum_β-Lactamasen_(ESBL,_Klasse_A)" title="Β-Lactamasen">ESBL</a>-produzierende Bakterien nachgewiesen. Die Autoren schlussfolgerten daraus, dass die BARF-Ernährung ein Gesundheitsrisiko für Menschen und Tiere darstellt.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In einer Studie führte das Füttern einer mit Salmonellen kontaminierten rohen Mahlzeit bei 7 von 16 Hunden zum Ausscheiden von Salmonellen während bis zu 7 Tagen,<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> eine weitere Studie fand für mit rohem Fleisch ernährte Hunde ein erhöhtes Risiko einer Salmonellenausscheidung von 61&nbsp;% pro Hund und Jahr im Vergleich zu einem 8%igen Risiko bei nicht roh ernährten Hunden.<sup id="cite_ref-Lefebvre_14-1" class="reference"><a href="#cite_note-Lefebvre-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dabei werden Salmonellen in kontaminierten Futternäpfen durch gängige Reinigungs- und Desinfektionsmethoden nicht sicher eliminiert.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch eine weitergehende Kontaminierung der Umwelt über Salmonellen im Hundestuhl ist denkbar.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Neben dem Hund als Infektionsquelle ist auch eine direkte Infektion des Menschen beim Umgang mit rohen Futtermitteln möglich.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Tierhalter sollten daher vom Tierarzt über die bestehenden Risiken aufgeklärt werden. Tierärzten wird empfohlen, beim Umgang mit roh gefütterten Patienten besonders auf <a href="Hygiene" title="Hygiene">hygienischen</a> Umgang zu achten und Protokolle zur Minimierung der Ansteckungsgefahr für andere Patienten zu implementieren.<sup id="cite_ref-JAVMA_1-3" class="reference"><a href="#cite_note-JAVMA-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sinnhaftigkeit_des_Vergleichs_Hund-Wolf">Sinnhaftigkeit des Vergleichs Hund-Wolf</h2></div>
<p>Genetische Untersuchungen (Stand 2017) zeigen, dass sich die meisten Haushunde an eine stärkehaltige Ernährung angepasst haben. Fossilien von neolithischen Hunden und Populationen, die nicht mit Landwirtschaft in Berührung kamen, weisen diese Veränderung jedoch nicht auf. Diese Anpassung hat also anscheinend erst nach der Entwicklung des Ackerbaus und damit weit nach den Anfängen der Domestizierung des Hundes stattgefunden. Ein ähnliches Phänomen ist die Entwicklung der <a href="Laktasepersistenz" class="mw-redirect" title="Laktasepersistenz">Laktasepersistenz</a> beim Menschen.<sup id="cite_ref-nature_communications_23-0" class="reference"><a href="#cite_note-nature_communications-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Von veterinärmedizinischer Seite wird eingewendet, dass die Ernährungsweise des wilden Wolfes zwar an kurzfristiges Überleben und erfolgreiche frühe Fortpflanzung angepasst ist, dass jedoch der Wolf natürlicherweise auch eher jung stirbt, wohingegen Hundehalter von ihren Haustieren eine lange Lebensdauer bei guter Gesundheit erwarten.<sup id="cite_ref-JAVMA_1-4" class="reference"><a href="#cite_note-JAVMA-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch bei Wölfen kann es zu Mangelerscheinungen kommen.<sup id="cite_ref-Dillitzer_17-1" class="reference"><a href="#cite_note-Dillitzer-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Empfehlungen_von_Regierungs-_und_Fachorganisationen">Empfehlungen von Regierungs- und Fachorganisationen</h2></div>
<p>Unter den nationalen <a href="Tier%C3%A4rztekammer" title="Tierärztekammer">Tierärztekammern</a> lehnen die <i><a href="American_Veterinary_Medical_Association" title="American Veterinary Medical Association">American Veterinary Medical Association</a></i>,<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> die <i>American Animal Hospital Association</i><sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und die <i>Canadian Veterinary Medical Association</i><sup id="cite_ref-CVMA_26-0" class="reference"><a href="#cite_note-CVMA-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> die Rohfütterung ab. Auch die <i>British Veterinary Association</i> riet im Jahr 2006 vom Füttern rohen Fleisches an Haustiere ab, nicht zuletzt aufgrund von Gesundheitsgefahren für das Tier.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <i><a href="Centers_for_Disease_Control_and_Prevention" title="Centers for Disease Control and Prevention">Centers for Disease Control and Prevention</a></i><sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und die <i>Public Health Agency of Canada</i><sup id="cite_ref-CVMA_26-1" class="reference"><a href="#cite_note-CVMA-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> raten gleichfalls von der Rohfütterung ab. <i>Pet Partners</i>, die größte <a href="Therapiehund" title="Therapiehund">Therapiehunde</a>-Organisation in Nordamerika, schließt roh gefütterte Hunde von der Teilnahme an ihren Programmen aus.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die deutsche <a href="Bundestier%C3%A4rztekammer" title="Bundestierärztekammer">Bundestierärztekammer</a> hält unter der Voraussetzung einer intensiven Beschäftigung mit dem Thema und Beratung durch einen Tierarzt eine ausgewogene Ernährung mit selbst zusammengestelltem Futter für möglich. Sie sieht die Gefahr einer Über- und/oder Unterversorgung mit Energie und einzelnen Nährstoffen, wenn die Rationen nicht an den individuellen Bedarf des Tieres angepasst werden, der vom Alter, dem allgemeinen Gesundheitsstatus, der körperlichen Belastung sowie weiteren Faktoren abhängig ist. Auch in der möglichen Übertragung krankheitsauslösender Viren, Bakterien oder Parasiten sowohl auf die gebarften Tiere sowie auf Menschen, die mit diesen Umgang haben, sieht die Bundestierärztekammer ein Risiko.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das <i>European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP)</i>, ein wissenschaftliches Fachgremium auf europäischer Ebene für parasitäre Erkrankungen bei Haustieren, empfiehlt in seiner Richtlinie, rohes Fleisch vor dem Verfüttern mindestens eine Woche bei zwischen −17° und −20 °C tiefgefroren zu halten, um enthaltene Parasitenstadien sicher abzutöten.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Varianten_der_Fütterungsmethode"><span id="Varianten_der_F.C3.BCtterungsmethode"></span>Varianten der Fütterungsmethode</h2></div>
<p>Eine „abgespeckte“ Barf-Methode ist die kombinierte Fütterung mit Tiefkühlfleisch und gefrosteten tierischen Nebenerzeugnissen, teils auch mit (wenig) Knochen und industriell produzierten Gemüseflocken, gelegentlich auch Getreideflocken. Hier liegen die pflanzlichen Fütterungsbestandteile „technisch vorverdaut“ vor, was die Vorgänge im Verdauungskanal der Beutetiere gut imitiert. Der Anspruch „roh“ wird über die fleischliche Tiefkühlkost erfüllt, das schnelle Einfrieren beim Erzeuger mindert auch die hygienischen Risiken.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=https%3A%2F%2Fwww.media.uzh.ch%2Fde%2Fmedienmitteilungen%2F2019%2FBarfen-Futter.html%23%3A">Original</a></span> (nicht mehr online verfügbar) am <span style="white-space:nowrap;">16.&nbsp;Oktober 2019</span><span>;</span><span class="Abrufdatum"> abgerufen am 19.&nbsp;Oktober 2019</span>.</span> <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span>&nbsp;<b>Info:</b> Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotmemento.invalid/https://www.media.uzh.ch/de/medienmitteilungen/2019/Barfen-Futter.html#:">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.media.uzh.ch/de/medienmitteilungen/2019/Barfen-Futter.html#:">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Webachiv/IABot/www.media.uzh.ch</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ABarf&amp;rft.title=Futter+mit+Rohfleisch+ist+ein+Gesundheitsrisiko&amp;rft.description=Futter+mit+Rohfleisch+ist+ein+Gesundheitsrisiko&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fweb.archive.org%2Fweb%2F20191016143642%2Fhttps%3A%2F%2Fwww.media.uzh.ch%2Fde%2Fmedienmitteilungen%2F2019%2FBarfen-Futter.html%23%3A&amp;rft.source=https://www.media.uzh.ch/de/medienmitteilungen/2019/Barfen-Futter.html#:&amp;rft.language=de">&nbsp;</span></span>
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<li id="cite_note-29"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-29">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20150226071836/http://www.petpartners.org/rawproteindietpolicy"><i>Raw Protein Diet Policy.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 26. Februar 2015 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) auf der Seite von <i>Pet Partners</i>, abgerufen am 15. Januar 2015.</span>
</li>
<li id="cite_note-30"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-30">↑</a></span> <span class="reference-text">Bundestierärztekammer: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bundestieraerztekammer.de/index_btk_presse_details.php?X=20161020110401">BARFen – aber richtig! - BTK warnt vor Fehlern bei der „angesagten“ Rohfütterung.</a></i> Pressemitteilung der Bundestierärztekammer vom 20. Oktober 2016, abgerufen am 1. Dezember 2016.</span>
</li>
<li id="cite_note-31"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-31">↑</a></span> <span class="reference-text">ESCCAP Deutschland (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Bekämpfung von Würmern (Helminthen) bei Hunden und Katzen - Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 1, Juli 2014</cite>. 2014, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>7</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bundestieraerztekammer.de/downloads/btk/leitlinien/ESCCAP-Empf-helminthen-2014-final.pdf">bundestieraerztekammer.de</a> [PDF]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Barf&amp;rft.btitle=Bek%C3%A4mpfung+von+W%C3%BCrmern+%28Helminthen%29+bei+Hunden+und+Katzen+-+Deutsche+Adaption+der+ESCCAP-Empfehlung+Nr.+1%2C+Juli+2014&amp;rft.date=2014&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=7" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-32"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-32">↑</a></span> <span class="reference-text">S. Dreyer, A. und W. Hundt, V. Lang: <i>Komponenten-Fütterung mit Frischfleisch, Flocken und mehr... Ratgeber zur vollwertigen Ernährung Ihres Hundes.</i> Verlag Dr. Scriptor OHG, Böhl-Iggelheim 2006, ISBN 3-9809578-4-5.</span>
</li>
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